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Serviceplan/plan.net kann digital: Die Agentur räumt gleich drei Mal in der Kategorie Mobile/Apps ab. Sie ließ begeisterte Musiker um eine echte Les Paul spielen, verband für Sky verfeindete Fußballfans durch ihre Smartphones, verwandelte Fußballspieler in pixelige Figuren und zurück und spendete erkrankten marokkanischen Handwerkern durch die Plattform Portraid neue Hoffnung. Und manchmal macht sie auch halbe Sachen – so für den Deutschen Anwaltverein. EIN BEITRAG VON ANJA RÜTZEL

GIBSON GUITAR GMBH »THE LES PAUL SKILL CHECK«

GOLD IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN (MOBILE/APPS)

Wie wäre das Leben in einer Welt, in der man sich die Waren und Produkte, die man sich ersehnt, nicht einfach kaufen kann? Wenn sich die Dinge so weit emanzipierten, dass man sich um sie bewerben, sich erst ihrer würdig erweisen muss, bevor man sie nach Hause tragen darf?

Nur wer auch legendär spielt, verdient es eine Legende in der Hand zu halten

Nur wer auch legendär spielt, verdient es eine Legende in der Hand zu halten

Für Gitarrenbauer Gibson baute Serviceplan/plan.net eine App, die ambitionierte Musiker ein kniffliges Solo lang in diese Welt versetzte: Wer die neue Sonderedition der Epiphone Les-Paul-Gitarre kaufen wollte, die dem „In Flames“-Gitarristen Björn Gelotte gewidmet ist, musste erst im „Les Paul Skill Check“ bestehen. Auf Anzeigen und Postern wurden die Noten zu diesem schwierigen Solo zusammen mit einer die Musikerehre kitzelnden Frage veröffentlicht: „Hast Du Dir eine Les Paul verdient?“ „Das Prinzip der Steigerung der Begehrlichkeit durch Beschränkung des Angebots ist ein Urprinzip der Werbung“, sagt Franz Röppischer von Serviceplan.

„Gerade bei Premiumprodukten wie einer hochwertigen Gitarre ist es dem Marketing eher wichtig, dass man das Produkt nicht ‚verscherbelt‘. Dem kommen wir mit der Verknappung entgegen.“ Um überprüfen zu können, wer mit seinem Solo nahe genug an eine zuvor eingespielte Musterversion herankam, arbeitete Serviceplan mit der Musikerkennungsapp Shazam zusammen.

Eine erfolgreiche Kooperation mit dem Anbieter Shazam

Eine erfolgreiche Kooperation mit dem Anbieter Shazam

Der Gitarrenaspirant spielte der App sein Solo vor. Sobald sie in seiner Version das Original erkannte, erhielt er einen Zugang zur Webseite, auf der die Epiphone-Edition vorbestellt werden konnte. „Unsere Idee war die erste dieser Art, wir mussten Shazam also zuerst überzeugen“, schildert Röppischer die ungewöhnliche Kollaboration. „Dann war allerdings die Neugierde geweckt, und Shazam wollte selbst herausfinden, ob und wie es funktionieren könnte. So gesehen war die Innovationskraft hier Türöffner und verschaffte Engagement über das übliche Maß – und unter dem üblichen Preis.“

SKY DEUTSCHLAND FERNSEHEN GMBH & CO. KG »SKY SQREENING«

SILBER IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN (MOBILE/APPS)

Sky_Serviceplan_SQREENING_Mobile_App_Silber

Auch ein zweiter prämierter Beitrag von Serviceplan basiert auf der künstlich-künstlerischen Verknappung des Produkts, die – kombiniert mit originellen technischen Innovationen – beim Publikum umso mehr Begehrlichkeiten weckt. Mit der App „Sky SQREENING“ wurde dabei das mobile Champions-League-Angebot von Sky Go beworben: Auf Großleinwänden überall in Deutschland wurde das Topspiel Real Madrid gegen Schalke 04 gezeigt – allerdings überlagert von einem riesigen QR-Code, der die Spieler in grobpixelige Kastenmännchen verwandelte – der erste live-adaptive QR-Code.

 

Zitat der Jury:

Wenn man denkt, dass man bezüglich QR-Codes und Werbung schon alles gesehen hat und dass es bestimmt nichts Neues gibt, freut man sich über diese Arbeit so wie ich.

Marco Zingler, Geschäftsführer denkwerk GmbH

 

Scannten die Zuschauer den Code mit ihrem Smartphone, konnten sie das Spiel unverschlüsselt auf dem eigenen Handy betrachten. Wer es nach 5 Minuten online teilte, konnte sogar das komplette Spiel erleben. Über zwei Jahre Planung stecken in dieser App, die trotz technischer Innovation vor allem eine uralte menschliche Eigenheit anspricht, sagt Franz Röppischer: „Es geht wie vor hundert Jahren darum, Menschen bei ihrer Neugierde zu packen und zur Reaktion zu bewegen. Was passiert, wenn ich das Solo schaffe? Was passiert, wenn ich den Code scanne?“

SKY DEUTSCHLAND FERNSEHEN GMBH & CO. KG »THE MATCH«

BRONZE IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN (MOBILE/APPS)
Sky_Serviceplan_The Match_Mobile_Apps_Bronze

Haltet eure Smartphones aneinander und seht beide Hälften des Spiels

Eine weitere Arbeit für Sky Deutschland spielt mit einer anderen, menschlichen Schwäche: Dem Konkurrenzdenken, mit dem oft ausgerechnet der nächste Nachbar zum Rivalen erkoren wird. Beim Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV lud die Promotion „The Match“ Fans ohne Eintrittskarten vor dem Stadion dazu ein, das Spiel auf ihren Handys live zu verfolgen, wenn sie einen entsprechenden QR-Code scannten – allerdings bekam jeder dann nur ein halbes Spielfeld zu sehen. Raufte man sich also – zumindest für 90 Minuten – mit einem Fan der gegnerischen Mannschaft zusammen und legte man beide Handys aneinander, konnte man das Spiel komplettiert genießen.

Zitat der Jury:

„The Match“ hat Fans ohne Eintrittskarten ermöglicht, das Spiel Werder Bremen gegen den HSV doch noch live zu sehen – nämlich via Livestream. Einziger Haken: zwei gegnerische Fans mussten ihre Handys zusammenlegen. Eine tolle Idee, die sicher auch in anderen Kontexten Wunder bewirken könnte.

Prof. Anette Scholz, Mitherausgeberin DAS JAHR DER WERBUNG

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Rivale? Das war gestern

Sky ist ein sehr offener Kunde, der sehr interessiert ist, neue Techniken auszuprobieren und mit Innovationen zu spielen“, sagt Sandra Loibl von Serviceplan. Leicht mulmig sei ihr bei der Promotion vor Ort dann zunächst schon gewesen, als sich die rivalisierenden Fans zu Kleinstsehgemeinschaften zusammenfanden: „Aber es war wirklich berührend zu sehen, wie gut sich alle verstanden.“

 

DEUTSCHER ANWALTVEREIN E. V. »DER TYP, DER ALLES TRENNTE«

GOLD IN DER KATEGORIE (FILM)

Deutscher Anwaltverein_Serviceplan_Typ, der trennte_Film_Viral_GoldWer ein exklusives Fußballspiel oder eine limitierte Gitarre verkaufen will, muss dabei wenig Überzeugungsarbeit leisten. Anders liegt der Fall bei eher spröden und vor allem abstrakten Produkten wie einem Ehevertrag. Für den Deutschen Anwaltverein machte Serviceplan die Folgen einer Trennung ohne einen solchen Vertrag in einem kurzen Film deutlich: In typischer YouTube-Ästhetik war „Der Typ, der alles trennte“ dabei zu sehen, wie er den kompletten gemeinsamen Exhausrat fein säuberlich zersägte: Bett, Flachbildschirm, sogar das Auto. Die halbierten Dinge wurden anschließend bei eBay angeboten.

 

Zitat der Jury:

Halbe-halbe für Laura – die Idee hat zwei Überraschungen für uns: Da nimmt es jemand wörtlich. Und dann ist das am Ende ausgerechnet vom Anwalt. Da wird erst das innere „Hä?“ aktiviert, dann ein „Gibt’s doch gar nicht!“, dann dieses „Kann doch nicht wahr sein!“, das in jedem von uns steckt. Zuletzt noch ein „Wie doof ist das denn?“ – am Ende gibt’s nur noch inneres Dauergrinsen und Sympathie für das Geschenk eines solchen Films und für die Auftraggeber: die Zunft der (Scheidungs-)Anwälte. Großes Kompliment an die Agentur und an die Produktion dieses Pseudo-reality-Comics – echt gut gemacht. Nein: sehr gut.

Prof. Thomas Rempen, Mitherausgeber DAS JAHR DER WERBUNG

 

Der schräge Clip zündete sofort: Ohne jegliches Mediabudget reiste die Sägeaktion des fiktiven Trennungsopfers Martin G. rund um die Welt. So plausibel und authentisch wirkte die Inszenierung, dass Martins halbe Sachen es in 151 Länden in die Medien schafften – Julius Steffens von Serviceplan, der im schmalst budgetierten Film den verlassenen Säger spielte, landete gar als Interviewpartner im Vorabendprogramm eines Privatsenders. „Wir haben bei der ganzen Aktion sehr von der langen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Anwaltverein profitiert“, sagt Steffens, „der Kunde vertraute uns, obwohl nicht ganz abzusehen war, wie die Zuschauer reagieren würden, wenn wir den Film schließlich als Werbebotschaft für einen Ehevertrag zu erkennen geben.“ Immerhin hatten viele echte Sympathie für „Martin“ entwickelt und ihm in zahlreichen Videokommentaren „Alles Gute für die Scheidung“ gewünscht. „Doch das zeigt letztlich auch, dass wir es mit einem relevanten Thema zu tun haben, das die Menschen berührt“, sagt Steffens. Der Film habe den abstrakten Ehevertrag greifbar gemacht, weil viele Zuschauer sich an Martins Stelle denken konnten. Nach der Enthüllung als Werbefilm in kognito profitierte „Der Typ, der alles trennte“ gar noch von einer zweiten Aufmerksamkeitswelle, weil viele Medien erneut berichteten.

ABURY FOUNDATION GMBH & THOMAS RUSCH »PORTRAID – AN ART AIDED CHARITY PLATFORM«

GOLD IN DER KATEGORIE INNOVATION

Neben diesen technisch zukunftsweisenden und clever zeitgemäße Kanäle nutzenden Arbeiten wurde eine weitere Serviceplan-Einreichung ausgezeichnet, die im Gegensatz dazu extrem unmittelbar wirkt, ganz ohne technische Unterstützung: „portraid“, eine von der ABURY Foundation und Fotograf Thomas Rusch ins Leben gerufene Plattform, erfindet eine neue, sehr direkte Form des Spendens. Die Idee dahinter: Hilfsbedürftige Menschen werden von berühmten Fotografen porträtiert – der Käufer ihres Bildes bezahlt dann mit seinem Kunstkauf ganz direkt für die benötigte Operation oder sonstige Hilfeleistung, die zur Heilung führen soll.

Vielen kranken Menschen konnte mit dem Projekt geholfen werden

Vielen kranken Menschen konnte mit dem Projekt geholfen werden

Für das erste Portraid-Projekt „IseeYousee“ fotografierte Thomas Rusch an Katarakt (einer Trübung der Augenlinse) erkrankte marokkanische Handwerker, die durch diese Krankheit ohne Operation zwangsläufig arbeitsunfähig würden. Die Zusammenarbeit mit der Abury-Stiftung kam zustande, als Rusch vor zwei Jahren ihre Gründerin Andrea Kolb kennenlernte, die damit altes Handwerk bewahren und bessere Lebensumfelder zu schaffen hoffte. Serviceplan half bei der Umsetzung. Auf der Webseite portraid.org waren alle 89 Porträts zu sehen, die für jeweils 460 Euro verkauft wurden – der für ein Wert eines renommierten Fotografen eher niedrige Wert bemaß sich allein aus den tatsächlichen Kosten für die nötige Operation, die von einem mobilen Augenarzt ausgeführt wurde. „Mit dem Kauf des Portraids geht der Spender eine gefühlte Partnerschaft mit dem Empfänger ein“, sagt Maximilian Schöngen von Serviceplan, „weil er jedes Mal, wenn er das Bild betrachtet, weiß: Dadurch, dass ich diesen Mann oder diese Frau an der Wand sehe, kann auch er oder sie wieder sehen.“ Demnächst soll ein neues Portraid-Projekt starten, sagt Thomas Rusch, der für die Fortsetzungen auch andere Fotografenkollegen einladen wird. „Auch die Bereiche, in denen wir Menschen durch den Verkauf ihrer Porträts helfen, werden variieren – neben ‚IseeYousee‘ ist ja beispielsweise auch eine Fotoreihe unter dem Motto ‚IseeYouwalk‘ denkbar.“

Winners' Dinner 2016

KUNDE Gibson Guitar GmbH, Berlin ENTERTAINMENT RELATIONS GERMANY Michael Smilgies WERBEAGENTUR Serviceplan/ Plan.Net GmbH & Co. KG, München CHIEF CREATIVE OFFICER Alexander Schill EXECUTIVE CREATIVE DIRECTOR Matthias Harbeck, Hans-Peter Sporer CREATIVE DIRECTOR Franz Röppischer, Lorenz Langgartner ART DIRECTOR/SCREENDESIGNER Shari Bremer ART DIRECTOR Nicolas Klein TEXTER Florian Daldrup KUNDENBERATER Juliane Weber MEDIA PLANER Lukas Pachoinig PROGRAMMIERER Knut Schmidt MUSIK-IDENTIFIKATIONSDIENST FÜR MOBILTELEFONE UND SMARTPHONES SHAZAM ENTERTAINMENT Shazam Entertainment Limited DESIGNSTUDIO Eat, Sleep & Design GmbH FILMPRODUKTION SKFILM | STEPHON KAROLUS

KUNDE Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG, Unterföhring HEAD OF BRAND COMMUNICATION Friedemann Flaig SENIOR MANAGER BRAND COMMUNICATION Anja Simon, Benno Unterforsthuber WERBEAGENTUR Serviceplan/ Plan.Net GmbH & Co. KG, München CHIEF CREATIVE OFFICER Alexander Schill EXECUTIVE CREATIVE DIRECTOR Matthias Harbeck CREATIVE DIRECTOR Franz Röppischer, Lorenz Langgartner, Sandra Loibl (The Match), Thorsten Voigt (The Match)  ART DIRECTOR Damian Sturm (The Match; Sky Sqreening), Nicolas Klein, Thomas Heckenberger (The Match) TEXTER Florian Daldrup, Valerie Koch (The Match) ACCOUNT SUPERVISOR Katrin Eberbach, Florian Franz (The Match) MOBILE SPECIALIST (Sky Sqreening) Florian Gmeinwieser MEDIA PLANUNG (Sky Sqreening) Lukas Pachoinig CONNECTED EXPERIENCE SPECIALIST (Sky Sqreening) Niels Verhaag CREATIVE INNOVATION DIRECTOR (The Match) Franz Röppischer, Lorenz Langgartner PROGRAMMIERER (The Match) Niels Verhaag AGENCY PRODUCER FILM/DIRECTOR (The Match) Roman Prochnow CREATIVE PRODUCER (The Match) Nicola Boehm, Anett Gruenbeck EDITOR (The Match) Martin Bierbaum DIGITAL COMMERCE & BRAND COMMUNICATIONS hmmh multimediahaus AG  (Sky Sqreening) DIGITAL AGENCY Nerdindustries GmbH (Sky Sqreening) FILMPRODUKTION fireapple GBR (Sky Sqreening) INNOVATIONSAGENTUR FÜR MARKENINDIVIDUELLE MEDIA Mediaplus Gruppe GmbH & Co. KG (Sky Sqreening) FILMPRODUKTION Neverest GmbH & Co. KG (The Match) MUSIC SERVICES TRO GmbH (The Match)

KUNDE Deutscher Anwaltverein e. V., Berlin STELLV. HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER Swen Walentowski PR-REFERAT Dominic Krämer WERBEAGENTUR Serviceplan/ Plan.Net GmbH & Co. KG, München CHIEF CREATIVE OFFICER Alexander Schill EXECUTIVE CREATIVE DIRECTOR Benedikt Goettert TEXTER/REDAKTEUR Philipp Stute ART DIRECTOR Julius Steffens KUNDENBERATUNG Frank Meinke, Christine Breithaupt, Christina Mayer, Nicolas Diekmann EXECUTIVE CREATIVE PRODUCER Florian Panier SENIOR MOTION DESIGNER Dennis Fritz CREATIVE INNOVATION DIRECTOR Franz Röppischer, Lorenz Langgartner

KUNDE ABURY Foundation GmbH & Thomas Rusch, Berlin FOUNDER & MANAGING DIRECTOR Andrea Kolb MAGAGEMENT Heike Janssen FOTOGRAF Thomas Rusch WERBEAGENTUR WERBEAGENTUR Serviceplan Gruppe für innovative Kommunikation GmbH & Co. KG, München CHIEF CREATIVE OFFICER Alexander Schill TEXTER Rohan Vitus Fernandes ART DIRECTOR Azim Abasbek ART DIRECTOR/MOTION DESIGNER Kostiantyn Liakhov EXECUTIVE CREATIVE PRODUCER Florian Panier SENIOR MOTION DESIGNER Dennis Fritz CREATIVE STRATEGIST Maximilian Florian Schoengen JUNIOR COPYWRITER Daniel Blomberg JUNIOR ART DIRECTOR Axel Spendlingwimmer FOTOGRAF Ilyass Triba PROGRAMMIERER Boris Schechtman FILMPRODUKTION nhb video GmbH TONSTUDIO German Wahnsinn GmbH

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