Großformatig

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Die Zeichensprache und flächige Leere des Joan Miró bestimmen das siebte Digitorial von SCHOLZ & VOLKMER für die Schirn Kunsthalle. Während der Betrachter durch Farben und Formen gleitet, lernt er einen bislang kaum diskutierten Aspekt des Malers kennen.
EIN BEITRAG VON ANTJE STIEBITZ

 

SCHIRN KUNSTHALLE
»DIGITORIAL ZUR AUSSTELLUNG: Miró – Wandbilder, Weltenbilder«

SILBER IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN (REDAKTIONELLE INHALTE)

„Mit jedem neuen Digitorial haben wir die technische Umsetzung an den Maler und die Kunstrichtung angepasst“, erklärt die Art-Direktorin Kathleen Sterzel. Diesmal war es der Bilderkosmos des Katalanen Joan Miró, an dem sich die responsive Long-Pager-Webseite ausrichtete. Nach dem Briefing der Schirn-Kuratorin war für das Kreativteam klar, dass die Ausstellung unter dem Titel „Wandbilder, Weltenbilder“ einen Aspekt Mirós aufgreift, der weniger bekannt ist: seine großflächigen Formate. „Das war für uns Anlass, im Digitorial nicht wie sonst zentriert zu arbeiten, sondern auf die volle Fläche zu gehen“, erinnert sich Kathleen Sterzel.

Tatsächlich: Wer durch den digitalen Vorbereitungskurs der Ausstellung scrollt, dem scheint es, als würde er über die Leinwände des Malers gleiten, während sie sich ständig neu formieren, voneinander wegbewegen oder wieder ineinanderschieben. Auch die redaktionellen Erläuterungen zu Joan Miró oder seine eingeschobenen Zitate sind flächig angelegt, oft über die ganze Seite gezogen.

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Zitate sind flächig angelegt

Kunst, die den Rahmen sprengt

Und das fünfköpfige Team hat noch weitere markante Elemente des Jahrhundertkünstlers auf den Onepager übernommen. An die abstrakten Formen Mirós erinnern etwa die Pinselpunkte, die vor den Bildunterschriften sitzen, oder die farbigen Kreuze, mit deren Hilfe der Nutzer erklärende Texte aufklappen kann. Eine Besonderheit ist auch ein Detail, das aus dem Wandgemälde „Zwei Raubvögel“ stammt, das von dem Künstler mit schwarzen Pinselstrichen auf sandfarbenen Untergrund gemalt wurde. Dieses Detail, das in der Printkampagne quasi aus dem Rahmen fällt, schwebt auch im Digitorial über flächiger Leere. „Das Detail ragt über den Bildrand hinaus und veranschaulicht dadurch, dass der Jahrhundertkünstler Miró den normalen Rahmen gesprengt hat“, erörtert die Art-Direktorin. „Außerdem hat es einen hohen Wiedererkennungswert. Wer in Frankfurt die Plakate gesehen hat, wusste auch im digitalen Bereich sofort: Das ist die gleiche Ausstellung.“

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Die Pinselstriche Miros sprengen auch den Rahmen des Digitorials

Sparsam eingesetzter Text

Der Miró-Vorbereitungskurs zeigt viele Elemente, die bereits in den vorherigen Digitorials eingesetzt wurden: etwa ein Zoom, der die Struktur der Leinwand erkennen lässt, oder Audiodateien, die Zitate hörbar machen. Doch insgesamt ist das Miró-Digitorial reduzierter – weniger Text, nur vereinzelte Audiodateien, keine Videos – was auf den ersten Blick gut zu einem Maler passt, unter dessen Händen Kunst entstand, indem er einzelne Punkte malte. Kathleen Sterzel kann das aber genauer erklären: „Für die Audio- und Videoelemente war das etwas kleinere Budget entscheidend.“ Die sparsam eingesetzten Texte, freut sie sich, seien hingegen eine Folge ihrer Empfehlungen. „Wir haben immer wieder dazu geraten, die Texte zu reduzieren, weil digital weniger gelesen wird.“
Zitat der Jury:

Die Digitalisierung verdrängt in vielen Bereichen traditionelle Angebote – dieser Case zeigt eindrucksvoll, wie digitale Anwendungen traditionelle Formate sinnvoll ergänzen können.

Oliver Rosenthal, Industry Leader für den Bereich Creative Agencies Google Germany

Der Prototyp hat sich bewährt

Ob Joan Miró, die figurative Malerei in der BRD oder der Impressionismus des Claude Monet – wie ist es möglich, dass die scrollsensitive Webseite nicht nur umfassend über Kunst informiert, sondern zusätzlich den jeweiligen Stil adaptieren kann? Das liegt am programmierten Code des Digitorials, der Zitate- und Überschriftenmodule oder Text-/Bildmodule liefert, die sich individuell zusammenstellen lassen. Die Investition in die Entwicklung dieser technischen Basis hat sich gelohnt – der Prototyp hat alle Erwartungen erfüllt.

Winners' Dinner 2017

 

KUNDE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT AM MAIN GmbH BILDUNG UND VERMITTLUNG Chantal Eschenfelder, Laura Heeg WERBEAGENTUR Scholz & Volkmer GmbH, Wiesbaden UNIT DIRECTION Alexander Philipp PROJEKTMANAGEMENT Alexandra Koch CREATIVE DIRECTION Anne Wichmann SENIOR ART DIRECTION Kathleen Sterzel ART DIRECTION Regina Wolf LEAD DEVELOPMENT Dominic Bäuerle DEVELOPMENT Görkem Ceylan

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