Gewinnen und geben

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FIFTYFIFTY E. V. „DER GEKAPERTE WETTBEWERB“

HAVAS WORLDWIDE DÜSSELDORF | BRONZE IN DER KATEGORIE OUT OF HOME

Havas spricht Klartext und gewinnt dabei nicht nur prominente Unterstützung, sondern auch gleich 50.000 Euro. Das Geld geht an fiftyfifty und die Düsseldorfer Obdachlosen. Ein Wintermärchen.

EIN BEITRAG VON IRINA GRAGOLL

Sie begegnen uns auf der Straße, unter Brücken, an Bahnhöfen: Obdachlose, die um ein wenig Aufmerksamkeit und finanzielle Hilfe bitten. Obwohl Organisationen die Bedürftigen in ihrem täglichen Kampf um Spenden und Zuwendung unterstützen, ist auch die Öffentlichkeit gefragt. Wie man diese mit einer einfachen, aber nicht minder wirksamen Aktion wachrütteln kann und dabei noch 50.000 Euro für die Obdachlosenhilfe von fiftyfifty gewinnt, zeigte die Agentur Havas Worldwide.

PLAKAT EINGEREICHT

Jedes Jahr belohnt der Plakatwettbewerb „Best 18/1“ das kreativste Plakat mit einem Preisgeld von 50.000 Euro. Und genau dieses Preisgeld sollte zum Spendengeld für fiftyfifty werden. Die Idee war geboren, und Havas reichte ein Plakat ein, das als Botschaft bereits den tragenden Gedanken ausdrückte:

Dieses Plakat spendet Geld. 50.000 Euro für die Obdachlosenhilfe fiftyfifty.

Zum Entstehen der Idee befragt, äußerte Martin Breuer, Executive Creative Director von Havas: „Unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Obdachlosenorganisation fiftyfifty folgt immer dem Ziel, mit möglichst geringem Mitteleinsatz neue Spendengelder zu generieren. Der Wettbewerb ‚Best 18/1‘ mit seinem Preisgeld von 50.000 Euro kam uns daher gerade recht, und wir beschlossen, das Preisgeld selbst zum Thema des Plakats zu machen.“ Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty, zeigte sich sehr zuversichtlich: „Manchmal ist es hilfreich, auch eine soziale Idee wie einen Markenartikel zu bewerben. fiftyfifty hat daher schon viele Plakatkampagnen realisiert, nicht wenige davon hoch ausgezeichnet.“

SYMPATHIEN GEWONNEN

Die anderen Plakate des Wettbewerbs.

Die anderen Plakate des Wettbewerbs.

Da bei „Best 18/1“ die Gewinner des Wettbewerbs in der zweiten Runde mittels einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt werden, wurde tatkräftig zum Mitmachen aufgerufen. Schnell sprach sich die Aktion im Netz herum, Blogs berichteten darüber, sogar die Toten Hosen und Fortuna Düsseldorf riefen zum Voting für das fiftyfifty-Spendenplakat auf. Die Freude unter allen Beteiligten war groß, als das Plakat mit Abstand die meisten Stimmen bekam – und die Obdachlosenhilfe das hilfreiche Preisgeld. Doch es zählte nicht allein das Geld, sondern auch die große Wirkung auf die Menschen in Deutschland. Hubert Ostendorf: „Die Kampagne wurde ja – ausnahmsweise – nicht plakatiert. Sie wirkte aber auf der Metaebene umso mehr, durch große Resonanz in den Medien und den sozialen Netzwerken, nicht zuletzt dadurch, dass die Toten Hosen auf ihrer Homepage zu einem Voting für uns geworben haben. Insofern hat der Wettbewerb nicht nur 50.000 Euro für die Obdachlosenhilfe eingebracht, sondern auch viel Öffentlichkeit für ein brennendes soziales Problem.“ Martin Breuer: „Die Aktion war für uns besonders spannend, denn nur mit dem 1. Platz konnten wir das Plakat und damit auch das Geld aktivieren. Am Ende waren wir sehr glücklich über die große Zustimmung der Öffentlichkeit.“

FREUDE VERBREITEN

Das Engagement für das soziale Projekt zeigte Havas gleich zweifach: durch eine brillante Idee und durch den Verzicht auf das Preisgeld zugunsten der Obdachlosen.

Da die Idee von Anfang an war, den Gewinn zu spenden, gab es für alle Beteiligten kein Problem damit,

meint Martin Breuer. Hubert Ostendorf fasst die positiven Auswirkungen des Wettbewerbs mit den Worten zusammen: „Für Menschen am Rande der Gesellschaft ist es immer wichtig, dass sie Aufmerksamkeit bekommen. Die Verkäufer unserer Obdachlosenzeitung fiftyfifty waren stolz, dass sie so prominent unterstützt wurden. Und mit dem Preisgeld konnten wir ein Apartment kaufen, das Menschen von der Straße befristet ein Zuhause bietet.“

Große Freude: fiftyfifty bei der Scheckübergabe.

Große Freude: fiftyfifty bei der Scheckübergabe.

(Veröffentlicht im Buch zum JAHR DER WERBUNG 2015, Band 52, erschienen im Econ Verlag)

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