Patina, Pop und Programmierung

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Die Kölner Agentur DUNCKELFELD inszeniert Web-Videos perfekt: atmosphärisch, dicht und sehr elegant. Hinter der klugen Gestaltung steckt aufwendige Technik.
EIN BEITRAG VON DANIEL ERK

 

MOODBOARD FILM-MANUFAKTUR
»WWW.MOODBOARD-FILM.DE«

BRONZE IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN (UNTERNEHMENS-/ORGANISATIONSWEBSEITEN)

Das Wasser plätschert, der Wind pfeift durch das Gras am Strand, ein hörbar geknickter Mann spricht: „Wahrscheinlich habe ich den merkwürdigsten Grund hier zu sein, den je ein Mensch hatte.“ In abgedunkelten Bildern beginnt der Kurzfilm „Die Nacht im Hotel“ des jungen deutschen, in Berlin lebenden Regisseurs Konstantinos Sampanis, nach einer Geschichte von Siegfried Lenz.

Es ist ein sanfter, melancholischer Film voller Feinheit und Eleganz, ein schönes Beispiel für Sampanis’ Stil, der sich in allen Filmen auf seiner Webseite moodboard-film.de wiederfindet.

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Das eigentliche Wunder aber passiert im Hintergrund: Die Webseite, auf der Sampanis’ Filme versammelt sind, bewegt sich elegant nach links und rechts, die Filme werden wie mit sanfter Hand ins Bild geschoben. Ohne jedes Stottern oder Stocken und vor allem ohne den im Kino so verhassten Moment, in dem das Licht angeht und der Zauber verfliegt.

„Wir wollen im Internet mit modernen Technologien Geschichten erzählen“, sagt Kim Wittfeld, einer von zwei Gründern und drei Geschäftsführern der Kölner Agentur DUNCKELFELD, die die Seite für Sampanis umgesetzt hat.

Wittfeld gründete die Agentur 2011 gemeinsam mit Dennis Duncker, kurze Zeit später stieß Tom Kirchhartz dazu. Kennengelernt hatten sich die drei während des Mediendesign-Studiums an der Rheinischen Fachhochschule in Köln. Die Agenturschwerpunkte Bewegtbild, Storytelling und Web waren für den Filmemacher Konstantinos Sampanis letztlich ausschlaggebend, DUNCKELFELD für sein digitales Showreel anzuheuern:

„Ich hatte meine ersten Manufaktur Filme gedreht und war auf der Suche nach einer Agentur, die meine Vision einer Website online umsetzen konnte. Ich hatte DUNCKELFELD kontaktiert und wenige Tage später saßen wir gemeinsam an einem Tisch. Schnell war klar: Da stimmen die Schwingungen.“

Zitat der Jury:

Hier versteht jemand sein Handwerk. Inhaltlich. Kommunikativ. Technisch und Visuell. Bravo!

Florian Breiter, Geschäftsführer wysiwyg* software design GmbH

Dass DUNCKELFELD mit einer sehr vielschichtigen, verspielten Musikvideoseite für die befreundete Kölner Band OK Kid bereits gezeigt hatten, dass sie Film, Spaß und Atmosphäre zu verbinden verstanden und die entsprechende Technik im Griff hatten, machte die Entscheidung für Sampanis einfach. Auch für die Agentur war schnell klar: „So schöne Filme kann man nicht einfach in einem eingebetteten YouTube-Fenster zeigen“, wie Wittfeld sagt.

So wie die Filme von Sampanis großen Wert auf handwerklichen Anspruch, Liebe zum Detail und hollywoodreife Optik legen, sollte auch die Seite höchste Erwartungen erfüllen. Das Grundgefühl sollte auch in einem anderen Medium zu 100 Prozent erhalten bleiben. Wie das geht?

Wir legen besonderes Augenmerk auf die User Experience: Sich Gedanken zu machen, was man mit diesem Content für den Nutzer machen kann. Hülle und Inhalt sollen ein neues, großes Ganzes ergeben.

Kim Wittfeld, Gründer und Geschäftsführer DUNCKELFELD

Und das klappt: Scheinbar mühelos und, nun ja, auffällig unauffällig, fast organisch gleitet der Besucher auf Sampanis’ Seite durch die verschiedenen Filme. Auf den ersten Blick ist das betörend, auf den zweiten beeindruckend – besonders wenn man weiß, wie plump Video herkömmlicherweise eingebettet wird, wie lange die Ladezeiten oft sind und wie stockend die Filme anlaufen.

„Die Strukturen einer ‚normalen‘ Agentur würden den Prozess, wie er mit DUNCKELFELD letztlich funktionierte, gar nicht erlauben“, sagt Sampanis. „So viel Herzblut, so viel Leidenschaft und so viele Nachtschichten, wie DUNCKELFELD in das Projekt gesteckt hat, das war schon ein besonderer gemeinsamer kreativer Prozess.“

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Schön ist das Ergebnis aber auch, weil eben nicht nur die fertigen, endgültigen Versionen von Sampanis’ Filmen gezeigt werden – sondern auch kleine Szenen aus dem Making-of, Erläuterungen zur Postproduktion, zur Musik, zur Kompositionen und Tricks offengelegt werden. Aber mit einer Leichtigkeit, die man so selten sieht.

„Unser Ziel ist, dass der Nutzer auch mal 15 Minuten, eine halbe, gerne auch Stunde auf der Seite verbringt“, sagt Kim Wittfeld. „Man soll stöbern, Hintergrundinformationen erfahren, ohne sich durch Textwüsten zu wälzen. Die Nutzer sollen sich selbst einen Weg bahnen und nicht bloß durchscrollen. Und man soll sich auch ein bisschen verlieren können.“

Winners' Dinner 2017

 

KUNDE Moodboard, Berlin FILM/TEXT Konstantinos Sampanis WERBEAGENTUR ART DIRECTOR Oliver Ecker UX/DESIGN Oliver Ecker HEAD OF DEVELOPMENT Tom Kirchhartz PROGRAMMIERUNG Matthias Kurte, Tatiana Bunaeva BERATUNG Kim Wittfeld PROJEKTMANAGEMENT Tobias Kreimer

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